Modellregion Inklusion in Österreich

Die Anzahl der Sachwalterschaften - auch der Vereinssachwalterschaften - nimmt in Österreich seit vielen Jahren ständig zu. Im Jahr 2015 werden mit 60.000 Sachwalterschaften fast doppelt so viele ausgewiesen wie im Jahr 2003. Das Erfolgsmodell Vereinssachwalterschaft wurde seit Inkrafttreten des Sachwalterrechts allerdings immer mehr zum Lückenbüßer für nicht oder nicht mehr vorhandene Strukturen der Erwachsenen-sozialarbeit. Eine nicht gegebene Niederschwelligkeit bzw. Amtswegigkeit im Rahmen der Beantragung von Sozialhilfe-Leistungen bzw. sonstiger Ansprüche tut ihr Übriges.

Die Vereinssachwalterschaft ist trotz permanent hoher Auslastung und großer Nachfrage qualitativ auf hohem Niveau tätig. Das beweist auch die geringe Zahl der bei der Volksanwaltschaft anhängigen Beschwerden. Das Bundesministerium für Justiz hat nun im September nach vielen Arbeitsgruppen, unter Beteiligung von Selbstvertretern, einen äußerst engagierten und richtungsweisenden Entwurf für ein 2. Erwachsenenschutzgesetz vorgelegt. Für diesen mutigen Entwurf und die dabei konsequent praktizierte „inklusive“ Vorgangsweise gebührt den Verantwortlichen im Ministerium großes Lob und Anerkennung.

Wenn es nun an die Umsetzung des Entwurfes geht, ist zu hoffen, dass die Vereinssach-walterschaft mit den damit verbundenen notwendigen zusätzlichen finanziellen Mitteln ausgestattet wird. Besonders nach Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Regelungen wird es zumindest vorübergehend viele Personen geben, für die eine qualifizierte Vertretung eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin eines Erwachsenenschutzvereins weiterhin notwendig ist. Ich wünsche mir, dass alle im sozialen Feld tätigen Akteure den Mut und den Willen haben, die Forderungen der UN Behindertenrechtskonvention konsequent und zielstrebig umzusetzen. Inklusion muss im 21. Jahrhundert mehr als ein Lippenbekenntnis sein. Darum sollte Österreich den Ball aufnehmen und sich als europäischer Modellstandort zur konsequenten Umsetzung der Konvention betrachten. Alle Beteiligten können dabei nur gewinnen. Wir sind bereit und freuen uns auf neue Aufgaben!

Mag. Anton Steurer MAS
Geschäftsführung

NÖ. Landesverein für
Sachwalterschaft und
Bewohnervertretung

Bräuhausgasse 5/2. Stock, 3100 St. Pölten

Tel:
(02742) 77 175

Fax:
DW 18

E-Mail: sachwalterschaft@noelv.at
Aktuelle Ausgabe des Magazins Zur Sache
So viel Hilfe wie notwendig, so viel Eigenverantwortung wie moeglich.

Der NÖLV ist seit über 30 Jahren als Sachwalterverein in Niederösterreich tätig.

Wir sind eine parteiunabhängige und überkonfessionelle „social-profit“-Organisation, die großteils vom Bundesministerium für Justiz gefördert wird.

Unsere vorrangigen Aufgaben sind es, den Gerichten gut ausgebildete Vereinssachwalter und Bewohnervertreter zur Verfügung zu stellen.

Von unseren sechs Geschäftsstellen in Niederösterreich aus vertreten wir mit etwa 100 angestellten Mitarbeitern und 200 ehrenamtlichen Vereinssachwaltern ca. 2000 Personen bzw. überprüfen mit neun Bewohnervertretern die Freiheitsbe- und -einschränkungen in Alten- und Behinderteneinrichtungen sowie in Krankenhäusern.

 

Aktuelles:

Mit 1. Juli 2018 wird das Sachwalterrecht durch das 2. Erwachsenenschutzgesetz abgelöst. Dieses entspricht der UN-Behindertenrechtskonvention und zielt auf möglichst lange und weitreichende Autonomie und Selbstbestimmung.
Auf Basis der neuen gesetzlichen Regelungen kontrollieren die MitarbeiterInnen der Bewohnervertretung auch Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Link zur Kurzbroschüre des Justizministeriums "Das neue Erwachsenenschutzrecht"

Link zum 2. ErwSchG

Leichter Lesen Broschüre 2. Erwachsenenschutzgesetz 

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Leichter Lesen Broschüre Heim-Aufenthalts-Gesetz

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